Skip to content
News

Grauer Herbst? – Eine kleine Farblehre

Weit verbreitet ist der Mythos vom tristen Herbst. Wir möchten Sie einladen ein wenig genauer hinzuschauen. Lernen Sie die Farben des Herbstes aus einer anderen Perspektive kennen. Wie werden Farben eigentlich gemischt? Was haben die einzelnen Töne für Auswirkungen auf unser Empfinden? Holen Sie sich Inspirationen für Ihre nächste Innenraumgestaltung.

Geschichte

Die dokumentierten Anfänge der Farbenlehre reichen bis ins Mittelalter zurück. Da Vinci, Newton und Goethe haben sich bereits mit Farben und ihrer Wirkung beschäftigt. Schon im 15 Jahrhundert entwickelte Da Vinci die Theorie von einfachen und zusammengesetzten Farben. Newton verfolgte im 18. Jahrhundert ebenfalls diesen physikalischen Ansatz und experimentierte mit dem Aufspalten von Licht durch Glas. Er entdeckte die „Spektralfarben“ und stellte sie in einem Farbkreis dar. Goethe wiederum beschäftigte sich Ende des 18. Jahrhunderts darüber hinaus vor allem mit der Farbwirkung und fügte der Farblehre einen philosophisch-psychologischen Ansatz hinzu. Er ordnete verschiedene Farben menschlichen Eigenschaften zu und erforschte die Wirkung von Farben auf unser Empfinden und unsere Psyche. Mit seinem naturwissenschaftlichen Ansatz, der Newtons experimentell nachgewiesener Theorie von zusammengesetztem Licht widersprach, irrte er allerdings.

Der Farbkreis von Goethe
Farbkreis der Spektralfarben von Newton
Farbkreis nach Itten

Als Begründer der modernen Farbenlehre und Farbtypenlehre gilt Johannes Itten (1888-1967).
Rot, Blau und Gelb gelten heute als die drei Grundfarben aus der sich alle weiteren Farben mischen lassen. Sekundärfarben sind demnach Violett, Grün und Orange. Tertiärfarben ergeben sich aus einer Sekundärfarbe die wiederum mit einer benachbarten Grundfarbe gemischt werden zum Beispiel Orangerot oder Hellgrün. Schwarz gilt in diesem Modell nach Itten nicht als Farbe, sondern als „Abwesenheit von Licht“.
Ordnet man diese Farben kreisförmig an, ergibt sich der sogenannte Farbkreis. Dieser kann in warme und kühle Farben unterteilt werden. Im Bereich der kalten Farben dominiert Blau, bei den warmen Farben ist es Gelb. Auf dem Farbkreis gegenüberliegende Farben bezeichnet man als Komplementärfarben. Komplementärkontraste heben die Leuchtkraft der jeweils anderen Farbe besonders positiv hervor und sorgen für eine gewissen Dynamik.

Farbgestaltung für zu Hause

In unseren Augen befinden sich 137 Millionen Photorezeptoren. Den Großteil aller Informationen, welche wir in unserem Leben erhalten, nehmen wir über unsere Augen auf.
Richtig eingesetzt und dosiert wirken Farben sich nicht nur auf den Stil eines Raumes aus, sondern auch auf das Wohlbefinden der Menschen, die dort leben und arbeiten. Jeden Tag sind wir von Farben umgeben, die einen Einfluss auf unser Befinden und unsere Psyche haben. Nicht jeder Mensch nimmt Farben gleich war. Sehkraft, Alter und natürlich persönliche Vorlieben und Assoziationen beeinflussen die Eindrücke, die wir von einer Farbgestaltung haben. Die Gestaltung unseres eigenen Lebensumfeldes zu Hause und auf der Arbeit kann also sehr viel zu unserem Wohlbefinden und unserer Produktivität beitragen.
Für die Mehrheit von uns gilt: Blau beruhigt, Rot macht lebendig und Gelb versprüht gute Laune.
Vor jeder neuen Gestaltung sollte man sich also fragen: Wie möchte ich gerne wohnen? Was möchte ich in diesem Raum für eine Stimmung erzeugen? Wo möchte ich mich entspannen?

Grauer Herbst?

Farben wecken Gefühle und lösen Stimmungen aus – das wissen wir nun.
Welche Farben finden wir im Herbst? Stimmt das vorschnelle Urteil vom „tristen Grau“ in der „dunklen Jahreszeit“ tatsächlich mit unserer Wahrnehmung überein?

Beim Anblick von warmen Farben entsteht ein wohliges Gefühl. Gelb, Rot, Orange, Braun – eben „Herbstfarben“ – schaffen eine heimelige, warme Wohlfühlatmosphäre. Also, wenn Sie mal wieder auf der Suche nach den passenden Farben für Ihre Wohnräume sind, dann riskieren sie doch mal einen zweiten Blick in den „tristen Herbst“ hinein oder besuchen Sie uns zu einem Beratungsgespräch.

Quellen: Wikipedia, unsplash.com (Chris Lawton, Alfred Schrock, Ilona Frey, Jannik Selz, Krzysztof Walczak, Ivan Bandura), schoener-wohnen.de (Farblehre), Sikkens